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Facebook Remarketing: So funktioniert effektives Retargeting im Meta-Ökosystem

Wenn es im Online-Marketing einen echten Gamechanger gibt, dann ist es Remarketing – also die gezielte Wiederansprache von Personen, die bereits mit einer Marke oder einem Produkt interagiert haben. Besonders leistungsfähig ist dieses Prinzip auf Facebook und Instagram (beide Teil des Meta-Konzerns). Doch wie funktioniert Facebook Retargeting eigentlich konkret? Und wie kann man es strategisch sinnvoll einsetzen?

In diesem Artikel erfährst du, wie du Retargeting-Maßnahmen auf Facebook planst, umsetzt und optimierst.

Was ist Facebook Remarketing / Retargeting?

Remarketing (oder Retargeting) bezeichnet Maßnahmen, bei denen Personen erneut angesprochen werden, die bereits Berührungspunkte mit deinem Unternehmen hatten – sei es über deine Website, deine App oder deine Facebook-Inhalte.

Beispiele:

  • Nutzer*innen haben ein Produkt in den Warenkorb gelegt, aber nicht gekauft

  • Jemand hat ein Video deiner Kampagne zu 75 % angesehen

  • Eine Person hat deine Facebook-Seite besucht oder kommentiert

Ziel: Nutzer*innen im richtigen Moment mit relevanten Inhalten wieder abholen und zur gewünschten Aktion bewegen (z. B. Kauf, Buchung, Anmeldung).

Warum ist Retargeting so wirkungsvoll?

  • Wiedererkennung: Nutzer*innen kennen deine Marke bereits – die Schwelle zur Interaktion ist niedriger.

  • Conversion-Potenzial: Retargeting-Zielgruppen sind oft deutlich konversionsstärker als Kalt-Traffic.

  • Effizienz: Das Werbebudget wird gezielter eingesetzt – mit höherem ROI.

Facebook Retargeting in der Praxis: Die Tools und Möglichkeiten

1. Facebook Pixel / Meta Pixel

Das Herzstück von Facebook Remarketing ist der Meta Pixel – ein Tracking-Code, den du auf deiner Website integrierst. Er ermöglicht:

  • Das Erfassen von Websitebesuchern

  • Das Tracken spezifischer Aktionen (z. B. „Produkt angesehen“, „Kauf abgeschlossen“)

  • Die Erstellung von Custom Audiences basierend auf Nutzerverhalten

💡 Tipp: In Shopsystemen wie Shopify oder WooCommerce lässt sich der Pixel meist mit wenigen Klicks einrichten.

2. Custom Audiences

Custom Audiences sind Zielgruppen, die auf Basis von echten Nutzerinteraktionen erstellt werden. Diese kannst du für Retargeting verwenden:

Beliebte Custom Audiences:

  • Website-Besucher der letzten 30 Tage

  • Besucher bestimmter Produktseiten

  • Personen, die in den Warenkorb gelegt, aber nicht gekauft haben

  • App-Nutzer*innen mit spezifischen In-App-Aktionen

  • Facebook/Instagram-Interaktionen (z. B. Video Views, Likes, Nachrichten)

3. Dynamic Product Ads (DPA)

Facebooks dynamische Produktanzeigen sind ein echtes Retargeting-Power-Tool im E-Commerce:

  • Nutzer sehen automatisch genau die Produkte, die sie zuvor auf deiner Website angesehen haben

  • Voraussetzung: Produktkatalog + Meta Pixel + passende Events (ViewContent, AddToCart etc.)

  • Dynamik: Die Anzeige passt sich individuell an jeden Nutzer an

💡 Beispiel: Jemand schaut sich eine rote Jacke im Shop an – Facebook zeigt ihm exakt diese Jacke (oder ähnliche) in der nächsten Anzeige.

4. Video Retargeting

Du kannst auch Personen erneut ansprechen, die deine Facebook- oder Instagram-Videos angesehen haben – z. B. Nutzer*innen, die:

  • 3 Sekunden

  • 10 Sekunden

  • 25 %, 50 %, 75 % oder 95 % eines Videos geschaut haben

Ideal für mehrstufige Funnel-Kampagnen:

  1. Phase: Aufmerksamkeitsstarkes Video

  2. Phase: Retargeting mit konkretem Angebot an jene, die 50 %+ angesehen haben

Effektive Retargeting-Strategien mit Facebook

🛒 Warenkorbabbrecher zurückholen

Zeige Personen, die Produkte in den Warenkorb gelegt, aber nicht gekauft haben, eine gezielte Anzeige mit:

  • Rabattcode

  • Produktempfehlung

  • Vertrauen schaffenden Elementen (z. B. Bewertungen, Siegel)

🎥 Content-Engagement vertiefen

Personen, die mit deinem Content (z. B. Video oder Karussell) interagiert haben, erhalten eine Folgeanzeige mit weiterführenden Infos oder einem Call-to-Action.

💌 Lead Nurturing nach Kontaktaufnahme

Jemand hat sich für deinen Newsletter angemeldet? Sende gezielte Facebook-Anzeigen mit:

  • E-Book-Angebot

  • Event-Einladung

  • Webinar-Reminder

Retargeting-Zeiträume: Was ist sinnvoll?

  • Kaufnahe Produkte: 3–7 Tage Retargeting-Fenster (z. B. Mode, Kosmetik)

  • Komplexe Dienstleistungen: bis zu 30–90 Tage (z. B. Immobilien, B2B-Lösungen)

  • Kombinieren: Erstelle mehrere Zeitfenster – z. B. "Letzte 3 Tage", "Letzte 14 Tage", "Letzte 60 Tage"

Datenschutz & Tracking

Seit Einführung der DSGVO und der iOS-Tracking-Transparenz (ATT) ist Retargeting etwas anspruchsvoller geworden:

  • Verwende Cookie-Consent-Banner für Pixel-Nutzung

  • Nutze Conversions API zur serverseitigen Datenerfassung (besonders wichtig bei iOS-Usern)

  • Transparenz gegenüber Nutzer*innen schafft Vertrauen

Fazit: Retargeting mit Facebook ist Pflicht – wenn du skalieren willst

Facebook Remarketing ist nicht nur ein „Nice to have“, sondern ein unverzichtbares Element jeder durchdachten Performance-Marketing-Strategie. Es ermöglicht dir, Kaufinteresse gezielt wieder aufzugreifen, Funnel intelligent zu strukturieren und Conversion-Raten signifikant zu steigern.

Wer die Möglichkeiten von Facebook Retargeting clever nutzt – von Video Views über Warenkorbabbrecher bis hin zu Dynamic Ads – wird nicht nur weniger Budget verschwenden, sondern mehr Umsatz mit weniger Aufwand erzielen.